neurobiologische Grundlagen der Musikwahrnehmung und des Musizierens


Die Musikwahrnehmung und das Musizieren sind eng mit der Neurobiologie des Gehirns verbunden. Beim Hören von Musik werden Schallwellen durch das Ohr aufgenommen und durch den Gehörgang zum Innenohr geleitet. Dort werden sie von den Haarzellen in elektrische Signale umgewandelt und über den Hörnerv zum Gehirn weitergeleitet.

Im Gehirn werden diese Signale in verschiedenen Bereichen verarbeitet, darunter der primäre auditorische Cortex, der für die Verarbeitung von Tonhöhe, Lautstärke und Klangfarbe zuständig ist. Andere Bereiche, wie der präfrontale Cortex und das limbische System, sind für die emotionale Verarbeitung von Musik zuständig und können starke emotionale Reaktionen auslösen.

Beim Musizieren sind verschiedene Gehirnregionen beteiligt, darunter der motorische Cortex, der für die Steuerung der Bewegungen zuständig ist, sowie der präfrontale Cortex und das limbische System, die für die emotionale Verarbeitung von Musik und die Freisetzung von Dopamin verantwortlich sind.

Das Musizieren kann auch strukturelle Veränderungen im Gehirn bewirken, wie z.B. eine Zunahme der grauen Substanz in Bereichen, die mit der Feinmotorik und der auditiven Verarbeitung verbunden sind. Studien haben auch gezeigt, dass das Musizieren die kognitive Leistungsfähigkeit und das Gedächtnis verbessern kann.

Insgesamt ist die Musikwahrnehmung und das Musizieren ein komplexer Prozess, der auf verschiedenen Ebenen im Gehirn stattfindet und sowohl kognitive als auch emotionale Prozesse umfasst.


Hirnforschung und Musikproduktion


01. HiFo&MuPro - EINLEITUNG
02. HiFo&MuPro - DIE GRUNDLAGEN
03. HiFo&MuPro - DER FLOW
04.1. HiFo&MuPro - KOMPOSITION - allgemein
04.2. HiFo&MuPro - KOMPOSITION - Melodie
04.3. HiFo&MuPro - KOMPOSITION - Harmonik
04.4. HiFo&MuPro - KOMPOSITION - Rhythmus
05. HiFo&MuPro - INSTRUMENTIERUNG/ARRANGEMENT
06. HiFo&MuPro - WIRKUNG VON MUSIK
07.1. HiFo&MuPro - RECORDING - Preproduction
07.2. HiFo&MuPro - RECORDING - Raumakustik
07.3. HiFo&MuPro - RECORDING - Mikrofonierung
08. HiFo&MuPro - UMGANG MIT MUSIKERN IM KÜNSTLERISCHEN SCHAFFENSPROZESS
09. HiFo&MuPro - POSTPRODUKTION
10.1. HiFo&MuPro - MIXING - Abhörsituation beim Mischen
10.2. HiFo&MuPro - MIXING - Organisation/Ablauf
10.3. HiFo&MuPro - MIXING - Klangbearbeitung/Effekte
10.4. HiFo&MuPro - MIXING - Lautstärkenverhältnisse und Position im Stereopanorama
11. HiFo&MuPro - MASTERING
12. HiFo&MuPro - ANALOG VS DIGITAL
13. HiFo&MuPro - PSYCHOAKUSTISCHE PHÄNOMENE UND MÖGLICHE PRAKTISCHE ANWENDUNG
14. HiFo&MuPro - ABSCHLIEßENDE BEURTEILUNG


Hirnforschung und Musikproduktion: Notizen zur Videoreihe


Theorie:

Links:
  • Logisch: Rhythmus, Timing, Analyse (langsames Denken)
Rechts:
  • Emotional: Intonation, Ästhetik, Klang (schnelles Denken)
Wahrnehmung:
  • Cocktail-Party-Effekt: Fähigkeit, bei Konzentration Umgebungsgeräusche bis zu 15dB abzusenken und das fokussierte Signal als 3x lauter zu empfinden.
  • Grundton: Lauter, voller, mächtiger.
  • Obertöne: Lauter, durchsetzungsfähiger, brillanter.
Formanten:
  • Resonanzfrequenzen der Hohlräume im Brustkorb, Hals, Kopf.
  • Größerer Hohlraum = Größere Person.
  • Pitching verändert die wahrgenommene Größe der Person.
Frequenzen:
  • Tetawellen (4-7Hz) für Mischen (Flow-Zustand).
  • Betawellen für Analysieren (kein Flow).
  • 0,5-5kHz: Frequenzen, die wir bei leiser Musik laut hören.
  • Bei lauter Musik hören wir alles laut, selbst 0,2dB Unterschied.

Praxis:

Mixing-Tipps:
  • Prioritäten setzen:
    • Gesang, Bass, Drums zuerst, dann alles andere.
    • Hörer im Radio achten besonders auf diese Elemente.
  • Technik:
    • Spur komplett runter und dann schnell Fader wieder hochziehen.
    • Einstellungen speichern und benennen.
  • Lautstärke:
    • Nicht zu laut hören, um den Musculus tensor tympani (wirkt wie ein Kompressor) zu vermeiden.
    • Dynamik ist schwer zu beurteilen bei hoher Lautstärke.
    • Leise und in Mono abhören, dann im Panorama drehen.
    • Wahrnehmung entsprechend pannen.
Aufnahmequalität:
  • Rauschen und Hall:
    • Mikro näher zum Mund platzieren, um Rauschen zu minimieren.
    • Raumhall durch Möbel, Schallmatten, Teppiche reduzieren.
    • Größere Mikro-Distanz verstärkt Hall, weil direkte Stimmaufnahme leiser wird, aber Hall gleich bleibt.